GSB 7.1 Standardlösung

Wenn Arbeit krank macht

Bericht aus der Allgemeinen Zeitung Bad Kreuznach

Beate Vogt-Gladigau berichtet in der Allgemeinen Zeitung Bad Kreuznach: Die Drei-Burgen-Klinik hilft, mit dem MBOR-Konzept (Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation) Arbeitsbelastungen entgegenzuwirken.

Patient dreht Schrauben in ein Lochblech Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation Quelle: Eric Remann

Der Erweiterungsbau der Drei-Burgen-Klinik vor den Toren von Bad Münster am Stein-Ebernburg ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Zum einen, um hohe und moderne Qualitätsstandards
und zukunftsweisende Behandlungskonzepte zu gewährleisten, zum anderen, um die Existenz der Einrichtung mit aktuell 156 Mitarbeitern zu sichern. Dafür nimmt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Rheinland-Pfalz (Speyer), Träger der Fachklinik für Herz- und Kreislaufkrankheiten sowie Orthopädie, rund 11,1 Millionen Euro in die Hand.

Im Erweiterungsbau auf einer Fläche von circa 1400 Quadratmetern ist zukünftig die "Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation" (MBOR) angesiedelt. Die Drei-Burgen-Klinik werde dadurch für MBOR zur Pilotklinik für ganz Rheinland-Pfalz, unterstreicht die Kaufmännische Direktorin Andrea Bergström bei einem Rundgang durch den Rohbau. Durch die Expansion wird die Zahl der Mitarbeiter im therapeutischen Bereich verstärkt, kündigt sie an.

Verbunden ist die Expansion mit besseren medizinisch-therapeutischen Bedingungen. Im Fokus stehen die tatsächlichen Belastungen am Arbeitsplatz. Schon bevor die medizinisch-berufliche Reha einen zunehmenden Stellenwert erhielt, hat die Drei-Burgen-Klinik bereits seit 2006 an Konzepten gearbeitet, um den komplexer werdenden Belastungen am Arbeitsplatz zu begegnen. Kosten- und Zeitrahmen liegen im Plan. Projektleiter Alexander Hölscher vom Baudezernat der DRV geht von einer termingerechten Fertigstellung 30 Monate nach dem Spatenstich (Dezember 2016), also im August/September 2019, aus. In Betrieb genommen wird der Anbau, der sich architektonisch am bestehenden Gebäude mit seinen elegant geschwungenen Flügeln und klaren Linien ausrichtet und nun als dritter anschmiegt, im Oktober 2019. Gelungen ist es außerdem, die neuen Gebäudekomplexe an den Altbau auf dem Wacholder, der im Jahr 2000 bezogen wurde, ohne Verbindungsgänge direkt an die Flure anzudocken.

Herzstück des imposanten Erweiterungsbaus mit einer Nutzfläche von 2350 Quadratmetern ist die große multifunktionale Werkhalle (450 Quadratmeter) mit einem jetzt doppelt so großen Trainingsraum (250 Quadratmeter), in dem auch Koordinationsgeräte zur Wiederherstellung der Balance Platz finden. Die Halle selbst teilt sich in verschiedene Bereiche, in dem die individuellen Belastungen im Beruf - im Büro, beim Pflegepersonal, bei Maurern, Lagerarbeitern und Co. - nachgestellt werden. "Die arbeitsmäßigen Belastungen werden konkret abgebildet und simuliert", erklärt Bergström. Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen, monotone Bewegungen oder schweres Heben sind Merkmale von vielen Berufen.

Durch das Nachstellen von Szenen können Arbeitshaltungen korrigiert und bestimmte Muskelgruppen trainiert werden, erläutert Dr. Ute Dederichs-Masius. Die Ärztliche Direktorin vertritt die Drei-Burgen-Klinik als ständige Teilnehmerin der Projektgruppe MBOR--Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation auf Bundesebene. Das Konzept berücksichtigt neben der Reha auch die Prävention. Denn Ziel, und durchaus im Interesse des größten Reha-Trägers im Land, ist es, gerade die Arbeitsklientel mit Erfahrung gesund zu erhalten. "Wir beachten die verschiedenen Belange und möchten die Freude an der Arbeit wecken", betont Dederichs-Masius. Getestet wird auch, ob der Arbeitsplatz überhaupt noch den körperlichen Voraussetzungen entspricht oder ob eine Umschulung angebracht wäre. Das Raumangebot durch den Erweiterungsbau und dessen Ausstattung ermögliche es zudem, die Menschen "so abzuholen, dass es ihnen Spaß macht - quasi eine Reha mit Herz". Dies sei auch die beste Gewähr für die Nachhaltigkeit einer Reha. Die tragende Struktur des Anbaus mit vier Geschossen talseits und im hinteren Bereich mit zwei Geschossen ist in Massivbauweise mit Stahlbeton ausgeführt. Im Trockenbau werden jetzt die raumbildenden Wände hergestellt, um die Leitungen verlegen zu können. Durch den Erweiterungsbau werden zu den 174 Betten der Drei-Burgen-Klinik noch zusätzlich 36 Patientenzimmer mit WC und Dusche dazu kommen. Zehn davon sind rollstuhlgerecht. Auch kann die Zahl der ambulanten Reha um zehn auf 15 erweitert werden. Generell gibt es außerdem die Option, den Anbau für weitere Patientenzimmer aufzustocken.

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